HIC-3-Verheugen
Günter Verheugen zu Gast im HYPO Invest Club: „Es geht nur noch gemeinsam!“
EU-Vizepräsident a.D. Günter Verheugen diskutierte mit NÖ Landes-hauptmann-Stv. Sobotka und NÖ-HYPO-General Harold über die Zukunft Europas und des Euro
(Wien/St. Pölten – 2. Juni 2010) Vor rund 100 geladenen Gästen im historischen Ambiente des Palais Niederösterreich bekräftigte Günter Verheugen die Errungen-schaften der Europäischen Union, zu denen neben dem Binnenmarkt vor allem auch die Währungsunion zählt. „Ohne politische Einigkeit sind die europäischen Länder chancenlos. Es geht nur noch gemeinsam“, betont Verheugen in seiner knapp einstündigen Rede auf Einladung der NÖ HYPO Investmentbank. Der frühere EU Kommissions-Vizepräsident, zuletzt zuständig für Industrie und Unternehmenspolitik, übte bei seinem Besuch in Wien dennoch auch deutliche Kritik an den politisch Verantwortlichen Europas.
„Zweifellos gab es Exzesse in der Finanzindustrie. Diese wären allerdings ohne makroökonomische Ungleichgewichte, welche wiederum auf das Konto der Politik gehen, nicht möglich gewesen“ so Verheugen. Er plädierte in diesem Zusammenhang auch für mehr politische Führungskraft und Verantwortung innerhalb Europas: „Wir haben mit der EU-Erweiterung viel erreicht. Aber wir können uns nach all den Errungenschaften keine Müdigkeit leisten. Die Menschen brauchen Orientierung und eine gesunde und starke realpolitische Basis. Eine solide Haushalts- und Finanzpolitik in den einzelnen Mitgliedsstaaten schafft die Basis für eine gesunde europäische Gesamtpolitik!“ unterstreicht Verheugen die Notwendigkeit politischen Engagements in allen Mitgliedstaaten.
Der niederösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter, Wolfgang Sobotka, be-tonte in diesem Zusammenhang, dass im soeben verabschiedeten Landesbudget für Niederösterreich eine deutliche Reduktion der Neuverschuldung erreicht wurde und er hob wiederholt hervor, dass „entgegen allen Ängsten, Vorbehalten und vor-hergesagten Risiken, das Land Niederösterreich die Chance in Verbindung mit der EU-Erweiterung zum Vorteil der Region und des gesamten Landes genutzt hat.“
Sobotka bekräftigte aber, dass ebenso wie die einzelnen Mitgliedstaaten auch die EU selbst politische Verantwortung zeigen und föderaler agieren muss und nicht durch abgehobene Entscheidungen ohne Miteinbeziehung der Bürgerinnen und Bürger die Distanz weiter vergrößert.
HYPO Investmentbank Generaldirektor Peter Harold unterstrich in seinem Statement vor allem die Erfolgsgeschichte des Euro: „Der Euro war und ist eine stabile Währung und bewegte sich innerhalb der Marge von 0,83 bis 1,60 US-Dollar. Die aktuelle Krise ist keine reine Euro-Währungskrise.“ Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machte Generaldirektor Peter Harold klar, dass „es die Aufgabe der Banken ist, Sicherheit zu geben. Insbesondere die KMUs müssen abgesichert agieren können. Dafür steht die HYPO Niederösterreich, dafür machen wir uns stark.“
Der von Helmut Brandstätter moderierten Podiumsdiskussion folgte eine interessierte und lebhafte Fragerunde aus dem Publikum. Rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik und öffentlichem Leben waren der Einladung der HYPO Investmentbank AG Dienstag Abend gefolgt. Es war die dritte Veranstaltung dieser Art, nach der Premiere des HYPO Invest Clubs im Mai 2009 mit Prof. Lothar Späth als Keynote-Speaker und dem Besuch von Hans-Dietrich Genscher anlässlich des 20. Jahrestages nach dem Fall der Berliner Mauer im letzten Oktober.